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Mein Werdegang

 

In Russland, meinem Heimatland, ist Mode und Styling sehr wichtig. Schon als kleines Mädchen wurde ich durch Beobachten der sehr schön gekleideten Damen, aus dem Fenster meines Kinderzimmers, und das Tragen der schönen Kleider meiner Mutter, inspiriert. Genau so schön gekleidet wie sie, wollte auch ich sein.
So begann ich als kleines Mädchen, Kleider für meine Puppen zu nähen, aus den Resten, der Kleider meiner Mutter sowie ihren eigenen Kleidern, wo die flinke Kinderhand die Schere ansetzte und meine Mutter sehr erzürnte 😊
So wurde aus dem Schaft der Stiefel meiner Mutter, die knapp einen Monatslohn kosteten und nur anprobiert wurden, um die Grösse zu bestimmen, ein Lackmantel für meine Puppe.
Stolz präsentierte ich meine neuste Kreation meiner Mutter, doch Ihr Blick, zuerst in den
Schuhschrank und dann auf mich, liess nichts Gutes erahnen…
Der frühe Tod meines Vater, hemmte zwar meine Kreativität und die Lust am Schneidern, doch als ich mit 14 Jahren, das Teenie Alter erreichte, wollte ich wieder gefallen, noch besser, auffallen. Da aber das Familienbudget nicht für die neusten Markenkleider reichte musste ich improvisieren und setzte mich wieder an die Nähmaschine meiner Mutter und liess meiner Kreativität freien Lauf. Etliche Erfahrungen, brachten mich nicht von meinem Wunsch ab, die schönsten Kleider der Stadt zu tragen.

Die erste Bluse, im Stil der 80 er Jahre, mit Netzbesatz, an einer Kleiderparty, für die modebewusste Frau, die ich mir damals nicht leisten konnte, entflammte meine Leidenschaft zum Schneidern wieder.
Wenn nicht kaufen, dann selber machen! Aus einem Leintuch fürs Bett und dem Spitzenüberwurf für Kissen, die mir meine Mutter schenkte, nähte ich mir die Bluse, in entsprechender Qualität für Anfängerinnen.
So folgten weitere Kleider, auch das Kleid zu meinem ersten Date:)
Der Weg für die Ausbildung zur Schneiderin war geebnet und die Leidenschaft dazu brannte
lichterloh.
In der Berufsschule und einem Praktikum in einer Fabrik, das jedoch nicht sehr aufregend war, da ich mich Kreativ nicht ausleben konnte, jedoch die Berufsschule liebte, habe ich meine Ausbildung mit Auszeichnung absolviert.
Weiterbildungen als Damenschneiderin und eine Stelle als Atelierleiterin, mit 22 Jahren, folgten die nächsten 12 Jahre in Russland.
Bestimmte Ereignisse auf meinem Lebensweg führten mich und meine damals 6 Jährige Tochter, in die Schweiz, wo ich eine Traumstelle in einem Zürcher Brautmodegeschäft ergatterte. Neben Abänderungen an prachtvollen Brautkleidern, durfte ich auch Kleider für diverse Schweizer Promis entwerfen. Das absolute Highlight war eine 9 Meter lange Schleppe für eine Arabische Hochzeit.
Nach dieser wundervollen Zeit, arbeitete ich in einem Änderungsatelier in Frauenfeld, wo ich Abänderungen und nach Mass schneiderte.
Die Liebe liess mich nach Romanshorn ziehen, wo ich 2 Jahre später meinen Sohn zur Welt brachte. Beruflich tauschte ich die Nähmaschine gegen die Schürze ein und ging in der Rolle als Mutter und Hausfrau auf. Diese Rolle füllte mich nach einigen Jahren, zeitlich nicht mehr aus, so dass ich mich mit der frei gewordenen Zeit, wieder dem Schneidern widmete.
Mit immer mehr Aufträgen und Mund zu Mund Propaganda, eröffnete ich Zuhause mein eigenes Atelier. Die erschwinglichen Preisen, lockten in der Region schnell die Kundschaft an, wo ich mich bis heute über einen loyalen Kundenstamm freuen darf.

Dennoch war mein Traum vom eigenen Atelier, ausserhalb der eigenen vier Wänden, bis ins 2019 noch nicht in die Wirklichkeit umgesetzt worden. Wieder veränderten bestimmte Ereignisse, nach ca. 17 Jahren in der Schweiz, die Richtung meines Lebensweges und so stolperte ich über ein Inserat im Internet, wo ein Atelier, in Mitten der Stadt St. Gallen zu verkaufen war. Sollte endlich mein Traum in Erfüllung gehen?
Noch war ich im Angestelltenverhältnis bei PKZ Woman, an der Bahnhofsstrasse in Zürich.
Eine Topadresse, für Label Mode, teure Stoffe und anspruchsvolle  Kundschaft.
Ich war hin und her gerissen, doch vor lauter Freude über das Inserat und das Atelier, teilte ich meinem Partner mit, was ich im Internet gesehen habe. Ohne zu zögern, war am selben Abend eine kurze Mail an die Verkäuferin verschickt worden.
Später am gleichen Abend erhielten wir die Antwort, dass das Atelier noch zu haben ist. Was mich kaum ein Auge zudrücken liess.
Der nächste Morgen sollte voller Aufregungen beginnen, zuerst zögerten wir, als wir die Adresse der Verkäuferin sahen, doch nach dem alles klärenden Telefonat, sprangen wir, noch die Tasse Kaffee geniessend, aus dem Bett und eine Stunde später, stand ich in der Realität meines Traumes !
So geht an der Neugasse 26 in St. Gallen mein Traum vom eigenen Atelier in Erfüllung, wo ich endlich meine Kreativität und Freude am Schneidern ausleben kann. Denn nichts macht mich glücklicher als die Wünsche meiner Kunden umzusetzen und der Welt somit ein Stückchen mehr Stil zu verleihen.